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ETF-Sparplan einfach erklärt

Kein Fachchinesisch, keine Verkaufsfloskeln. Die Grundlagen, die du verstehen solltest, bevor wir über deine Familie sprechen.

Was ist ein ETF?

ETF steht für „Exchange Traded Fund", zu Deutsch: börsengehandelter Indexfonds. Stell dir einen ETF wie einen Korb vor: Statt eine einzelne Aktie zu kaufen, kaufst du mit einem Anteil am ETF automatisch ein kleines Stück von tausenden Unternehmen gleichzeitig, die alle zusammen in diesem einen Korb liegen. Ein ETF bildet dabei einen Index nach, zum Beispiel den MSCI World, der die Aktien von Unternehmen aus aller Welt zusammenfasst.

Im MSCI World stecken zum Beispiel Unternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (Google), Nvidia und Meta, neben tausenden weiteren. Bist du selbst Kunde bei einem dieser Unternehmen? Wahrscheinlich schon, den meisten fällt sofort mindestens eins ein, das sie täglich nutzen. Mit einem ETF-Anteil gehört dir dann buchstäblich ein kleines Stück davon, zusammen mit tausenden anderen Firmen im selben Korb.

Genau das ist der Kern von Diversifikation: Das Risiko verteilt sich auf sehr viele Unternehmen, Branchen und Länder statt auf eine einzelne Wette. Fällt ein einzelnes Unternehmen aus, fällt das im Gesamtbild kaum ins Gewicht.

Wie so ein Korb konkret aussehen könnte, zeigt das folgende Beispiel-Depot, fahr oder tippe auf ein Segment für Details:

100 %Beispiel-Depot

Fahr mit der Maus über ein Segment oder tippe darauf, um mehr über den jeweiligen Baustein zu erfahren.

Beispiel-Zusammensetzung zur Veranschaulichung, kein aktuelles, konkretes Produktangebot. Echte Fondszusammensetzungen und -größen ändern sich laufend, welche Aufteilung zu euch passt, klären wir im Erstgespräch.

Aktiv oder passiv: zwei Philosophien

Beim Investieren gibt es grundsätzlich zwei Ansätze: aktiv versuchen, den Markt zu schlagen, oder passiv einfach breit in den ganzen Markt investieren. Ein ETF steht für den zweiten Weg, und genau das macht ihn im Schnitt so kosteneffizient.

Was ist ein Sparplan?

Ein Sparplan bedeutet, dass du nicht einmalig einen großen Betrag investierst (Einmalanlage), sondern regelmäßig, meist monatlich, einen festen Betrag in einen ETF einzahlst. Dadurch kaufst du automatisch mal zu höheren, mal zu niedrigeren Kursen, ein Effekt, der als Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt) bekannt ist. Du musst nicht versuchen, den „richtigen" Einstiegszeitpunkt zu treffen, weil der Sparplan diesen über die Zeit automatisch mittelt.

Was ist die TER, und warum ist sie wichtig?

Die TER (Total Expense Ratio, Gesamtkostenquote) gibt an, wie viel Prozent des investierten Vermögens ein ETF pro Jahr an laufenden Kosten kostet. Bei breit gestreuten ETFs liegt sie oft im Bereich von 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr, deutlich unter den laufenden Kosten vieler aktiv gemanagter Fonds oder fondsgebundener Versicherungsprodukte. Über einen langen Anlagezeitraum, wie er beim Sparen fürs Kind typisch ist, machen schon kleine Unterschiede bei den laufenden Kosten am Ende einen spürbaren Unterschied im Endkapital.

Warum eignet sich das gerade für Kinder?

Der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau ist Zeit, nicht die perfekte Anlageentscheidung. Ein neugeborenes Kind hat bis zur Volljährigkeit 18 Jahre Anlagehorizont, ein Zeitraum, in dem sich kurzfristige Schwankungen an den Kapitalmärkten historisch betrachtet ausgeglichen haben. Genau in dieser Zeitspanne kann der Zinseszinseffekt am stärksten wirken: Je früher du anfängst, desto mehr Jahre hat dein eingezahltes Geld Zeit, sich selbst zu vermehren.

Ein ETF-Sparplan ist dabei kein Produkt, das du einmal abschließt und dann vergisst, sondern eine Struktur, die sich an eure Situation anpassen lässt: Rate erhöhen oder pausieren, Anbieter wechseln, jederzeit Zugriff auf das Kapital, ohne Vertragsstrafen wie bei manchen Versicherungsprodukten.

Was die Geschichte zeigt

Der MSCI World hat trotz Ölkrise, Schwarzem Montag, Dotcom-Blase, Finanzkrise und Corona-Pandemie über die letzten 50 Jahre eine starke Wertentwicklung erzielt. Keine Garantie für die Zukunft, aber ein Beleg dafür, dass Geduld sich historisch ausgezahlt hat, auch über Krisen hinweg.

Wie sich die Aktienquote mit der Zeit verändern sollte

Je länger der Zeitraum bis zur geplanten Verwendung des Geldes, desto höher kann der Aktienanteil sein. Rückt der Zeitpunkt näher, macht es Sinn, das Portfolio schrittweise sicherer aufzustellen, damit ein kurzfristiger Kurseinbruch kurz vor der Auszahlung nicht den ganzen Plan durcheinanderbringt.

ETF-Sparplan fürs Kind mit Beratung, lohnt sich das?

Einen ETF-Sparplan selbst einzurichten ist in wenigen Minuten erledigt, die eigentlichen Fragen kommen meist erst danach: Welcher ETF passt zur Risikobereitschaft der Familie, wann und wie sollte die Aktienquote mit sinkendem Anlagehorizont reduziert werden, und welche steuerlichen Freibeträge lassen sich für das Kind sinnvoll nutzen? Eine ETF Sparplan Kinder Beratung setzt genau hier an, nicht bei der Kontoeröffnung selbst, sondern bei Fondsauswahl, Rebalancing über die Jahre und der steuerlichen Einordnung, Themen, bei denen die meisten Eltern erst merken, dass sie unsicher sind, wenn schon Geld angelegt ist.

Was ein ETF-Sparplan nicht ersetzt

Ein ETF-Sparplan ist ein Baustein, keine vollständige Finanzplanung. Fragen wie die Anbindung an die Frühstart-Rente, steuerliche Freibeträge fürs Kind oder die Abstimmung mit anderen Absicherungsthemen (siehe Kinderabsicherung) hängen von eurer konkreten Situation ab. Genau dafür ist das Erstgespräch da.

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